Magnesium bei Restless Legs Syndrom/Polyneurophatie?
In den Leitlinien für Diagnostik Therapie in der Neurologie von 2022 wird unter anderem eine Behandlung mit Magnesium nicht empfohlen.
Stattdessen solle man, zusätzlich zu den zugelassenen Medikamenten, wie zum Beispiel Pramiprexol®, Ropinirol® usw., Bettradfahren oder Infrarotlicht- Therapie anwenden. Auch weitere nicht medikamentöse Therapieoptionen wie u.a. Akupunktur oder Phytotherapie werden nicht empfohlen.
Für mich persönlich sind diese Empfehlungen nicht nachzuvollziehen, aber bleiben wir beim Magnesium.
Magnesium ist in unserem Körper für über 300 Körperfunktionen wichtig und gerade bei Neurologischen Erkrankungen ein Muss.
Eine nicht vollständige Übersicht was ein zu niedriger Magnesiumspiegel bewirken kann:
- Migräne
- Nervenentzündungen
- Störungen des Zentralen Nervensystems
- Störungen an der Reizweiterleitung der Nerven
- Störungen des Peripheren Nervensystems
- Fehlende Muskelentspannung
- Angstzustände
- Depressionen
- Hyperaktivität
- Schlaflosigkeit
- Lidzucken
- Taubheitsgefühl
- Kribbeln in den Gliedmaßen
- Parkinson
- Herzrhythmusstörungen
- Diabetes Schlaganfall
Bei einem zu niedrigen Magnesiumspiegel ist es kaum möglich, diesen durch die Nahrung nach Bedarf zu erhöhen. Es gibt mittlerweile ausgezeichnete Magnesiumpräparate mit hoher Bioverfügbarkeit und unterschiedlichen Magnesiumverbindungen.
Die relevantesten Magnesiumverbindungen sind:
- Magnesiumglycinat auch als Magnesiumbisglycinat bezeichnet – das wichtigste Magnesium für Nerven, Beruhigung und Schlaf
- Magnesiumthreonat – verbessert die Gehirnleistung
- Magnesiumorotat – wichtig für die Herzleistung
- Magnesiumoxid – ideal bei Verstopfung
- Magnesiumtaurat – reguliert den Blutzucker/Blutdruck
- Magnesiummalat – hilft bei Erschöpfung und Schmerzen
- Magnesiumcarbonat – hilft bei Sodbrennen, wirkt abführend
- Magnesiumcitrat – hilft bei Krämpfen
Unser Organismus kann das Magnesium nur im Körper resorbieren, wenn andere Begleitstoffe wie zum Beispiel die Spurenelemente Zink und Selen, Vitamin B1 und B6 zugeführt werden.
Denken Sie auch an das optimale Calcium-Magnesium-Verhältnis 2:1. Zuviel Calcium verhindert die Aufnahme von Magnesium, d.h. der Organismus kann es nicht aufnehmen und es wird unverrichteter Dinge über die Nieren wieder ausgespült.
Magnesium ist ein Mineralstoff der bekanntlich eine entgiftende Wirkung hat und versucht deshalb Medikamente zu deaktivieren (es stuft Medikamente als Gift ein). Nehmen sie Magnesium immer in einem Abstand von 2-3 Stunden zu Arzneimitteln ein!
Möchten sie gerne ihren Magnesiummangel schwarz auf weiß durch eine Blutanalyse sehen, muss diese aus dem Vollblut (Serum plus Zellen) stammen. Wird hingegen wie üblich der Magnesiumgehalt nur im Serum gemessen, entspricht das nicht der Magnesiumsituation in den Zellen, was in diesem Fall relevant ist.
Wie hoch der Magnesiumbedarf wirklich ist, muss immer individuell betrachtet werden. Faktoren wie z.B .Krankheiten, Medikamente, Stress usw., sind zu berücksichtigen und ausschlaggebend für die optimale Versorgung mit dem Mineralstoff.
Sollten sie Nahrungsergänzungsmittel zur Behebung ihres Magnesiummangels einnehmen, gilt auch folgendes zu berücksichtigen:
Nehmen sie nicht die empfohlene Tagesdosis auf einmal ein, sondern teilen sie auf mehrere Einnahmen auf. Der Körper kann bei einer einmaligen Magnesiumgabe von beispielsweise 400mg nur 50% resorbieren. Wenn aber mehrmals täglich weniger als 200mg eingenommen werden, kann der Organismus bis zu 75% der jeweiligen Magnesiumgabe verwerten.


