Warum Faszien die Ursache von Restless Legs Syndrom, Polyneurophatie und Schmerzen sein können
Faszien sind ein dreidimensionales Netz aus Kollagenfasern und Bindegewebszellen. Jede Muskelzelle, jedes Organ, jeder Knochen und jede Nervenfaser sind von diesem Netz umhüllt.
Sie stabilisieren den Körper in allen Positionen, Bewegungen, gegen die Schwerkraft und halten alle Organe an Ort und Stelle (sehr einfach erklärt)!
Faszien in unterschiedlichen Schichten umschließen unter anderem das Gehirn. das Rückenmark mit den
Hirnhäuten, das Herz und die Lunge.
Durch eine sehr extreme Anzahl an Rezeptoren, nehmen sie unterschiedliche Informationen auf und leiten diese an
das zentrale Nervensystem weiter.
Früher bezeichnete man die Haut als größtes Sinnesorgan, mittlerweile schreiben Experten dies den Faszien zu.
- Sie registrieren Gewebeschäden, durch ihre Aktivierung wird Schmerz im Gehirn wahrgenommen
- Koordination von bewussten und unbewussten Körperpositionen und -bewegungen
- Änderungen unseres chemischen Milieus wie z.B. Entzündungen
- Die Empfindung von Temperaturschwankungen
- Sie haben eine emotionale Erinnerungsfunktion, die Erlebtes speichert, auch Schmerzen
Verklebungen und Verhärtungen der Faszien können nicht nur Schmerzen auslösen, sondern auch das Gleichgewicht
des vegetativen (autonomen) Nervensystems (Sympathikus und Parasympathikus) aus dem Gleichgewicht bringen.
Gesunde Faszien sind flexibel und gleitfähig, wenn sich diese aber sozusagen verfilzen und stark verdicken können sie Nerven einklemmen.
Die daraus resultierenden Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems haben zu 30-85% als Ursache verdickte/verhärtete Faszien.
In Verbindung mit neurologischen und psychischen Beschwerden sind die verhärteten/verdickten Faszien sehr häufig die Ursache.
Die exakte Diagnose von myofaszialen Schmerzen ist schwierig, da es bis heute keine standardisierten Kriterien gibt.
Sehr typisch für Faszien-Beschwerden sind:
- Schmerzen und Beschwerden (wie Brennen, Empfindlichkeit) entlang der Faszienbahnen auch Faszienketten genannt
- Schmerzen und Brennen breiten sich Großflächig aus
- Abschütteln der betroffenen Extremitäten bringen Linderung
- Gewichtsdecken bringen Linderung
- Schwellungen der Haut
- Begleiterscheinungen wie Müdigkeit, Erschöpfung und Gewichtsverlust sind häufige Erscheinungen
Wie kommt es nun zu Verklebungen und Verkürzungen der Faszien?
Chronischer und anhaltender psychischer Stress, andauernde körperliche Überlastung, unausgewogene Ernährung und generell zu wenig Bewegung können Ursachen sein.
Bei chronischem Stress wird in Übermaßen Cortisol ausgeschüttet, das verstärkt die Schmerzwahrnehmung, fördert Entzündungen und verzögert die Heilung.
Stress, Angst und (auch frühere) Traumata lösen eine erhöhte und oftmals bleibende Muskelverspannung aus, die
wiederum zu Verklebungen und Verhärtungen der Faszien führt.
Wie kann man Faszienverspannungen und -verklebungen lösen?
- Faszientraining mit und ohne Hilfsmittel wie Faszienrollen
- EMS-Training ist ein effektives Mittel Verklebungen/Verhärtungen zu lösen, wirkungsvoller mit Faszientraining
- Schröpfen, durch Unterdruckwirkung des Schröpfglases
- Vibrationen mit Vibrationsplatten, Vibrationspistolen und Faszienrollen mit Vibration oder anderen Faszien-Massagegeräte
- Bei Traumata gehören unbedingt auch mentale Entspannungstechniken und eventuell auch therapeutische Betreuung dazu
- Osteopathie
- Rolfing
- Bindegewebsmassage
- Akupunktur
- Taping
- Bewegungstherapien
- Massagen
- Dehnübungen
- Faszien-Yoga
- Leichte Sprungübungen
- Pilates
Faszien bestehen bis zu 75% aus Wasser, dadurch sind sie flexibel und elastisch, deshalb ist es wichtig einen
Flüssigkeitsmangel vorzubeugen.
Ausreichendes Wasser trinken, immer wieder in kleinen Schlucken, nach jedem Lösen der Faszien ist deshalb
wichtig.


